Engineers unterliegen in Hamburg

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Graue Wolken und trübes Wetter waren nicht das einzige, was den Karlsruhern in Hamburg die Stimmung trübte. Mit denkbar schlechten Vorzeichen traten die Engineers die lange Busfahrt nach Hamburg an. Quarterback Felix Bleimund fiel mit Virusinfektion kurzfristig aus. Auch auf andere langjährige Leistungsträger musste man in Hamburg verzichten. So war es ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der die Fahrt in den hohen Norden antrat.

Das Ziel war aber trotzdem klar, nachdem man die letzten 3 Jahre den Titel holen konnte, sollte der Pokal ein viertes Mal in die Fächerstadt gehen. Trotz aller Lücken im Kader, war man fest entschlossen, den Titel zumindest nicht kampflos aus der Hand zu geben. Ein erneuter Titelgewinn schien greifbar nah.

Was die Engineers in Hamburg jedoch erwartete, lässt sich am trefflichsten mit dem “harten Boden der Tatsachen” beschreiben. Mit dem neuen Team aus Aachen und damit fünf Teilnehmermannschaften, gab es nicht wie zwei Jahre zuvor ein Finalspiel am Sonntag, stattdessen spielte jede Mannschaft ein Spiel gegen jede andere. Sieger wurde dann nach dem Tabellenverfahren die Mannschaft mit den meisten Punkten.

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Im ersten Spiel trafen die Engineers auf Paderborn. Kein leichter Gegner sicherlich. Die 11:23 Niederlage traf die Mannschaft dennoch bitter. In einem anfangs noch engen Spiel, gelang es der Karlsruher Offensive nicht, die nötigen Punkte auf das Brett zu bekommen. Ein ungewohntes Bild, war die Offensive in den letzten Jahren doch immer die größte Stärke der Engineers gewesen.

Im zweiten Spiel stand man vor dem gleichen Problem. Die Karlsruher Defensive um Defense-Captain Clemens Boll spielte stark auf und lies nur 7 Punkte der Mannheim Knights zu. Auch viele unerfahrene Spieler konnten sich in der Defense beweisen. Das einzige was fehlte, waren Punkte auf der eigenen Seite. Außer Quarterback Bleimund fehlten mit den beiden Tight Ends Paul Sieffert und Lukas Grünhaupt zwei weitere Stützen in der Karlsruher Offensive. Sieffert fiel verletzungsbedingt aus, Grünhaupt ersetzte den erkrankten Bleimund auf der Position des Quarterbacks. In dieser Zusammenstellung wollte das Passspiel nicht so recht ins Rollen geraten und auch das Laufspiel gestaltete sich als schwierig. Ohne die beiden etatmäßigen Tight Ends und mit dem Fehlen einiger Stammspieler auf der Line, konnten die Engineers keine großen Raumgewinne am Boden erzielen. So musste man ohne Punkte gegen Mannheim vom Platz gehen.

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Am zweiten Tag ging das Trauerspiel dann weiter. Mit einer deutlichen Niederlage gegen die bis dahin ebenfalls sieglosen Gastgeber aus Hamburg, war der Traum endgültig ausgeträumt. Das sportliche Desaster war vollkommen. Schwer angeschlagen und mit einem kleinen Restkader, traten die übrigen Engineers das letzte Spiel gegen Aachen an. Hoffnungen auf einen Sieg machte sich zu diesem Zeitpunkt keiner mehr. Es ging nur noch darum, das Turnier würdevoll zuende zu bringen. So mussten sich die Engineers schließlich in allen Spielen geschlagen geben. Nach der Erfolgsgeschichte der letzten Jahre eine sehr bittere Pille für die nach Hamburg gereisten Studenten. Sieger des Turniers wurden schließlich die Paderborn Unicorns.

Was sich aus sportlicher Sicht so traurig liest, war trotzdem ein großartiges Wochenende. Die Hamburger haben sich ein weiteres Mal als großartiger Gastgeber bewiesen und auch die Atmosphäre zwischen den Teams war wieder vom Spaß am Sport geprägt. Eine Playersparty am Samstag durfte da natürlich nicht fehlen. Der Höhepunkt war dann die gemeinsame Fahrt aller Feierwütigen im Karlsruher Teambus Richtung Hamburger Innenstadt. Ein Gemeinschaftsbild, das es in einem kontaktbetonten Sport, wie dem American Football sicher selten gibt.

So war es schlussendlich ein lehrreiches und lustiges Wochenende in Hamburg. Lehrreich vor allem für alle Spieler, die zum ersten Mal beim Bowl teilgenommen haben. Lehrreich auch für alle, die mit dem Erfolg der letzten Jahre im Rücken, siegessicher nach Hamburg gefahren sind und lernen mussten, dass man sich den Titel jedes Jahr aufs neue verdienen muss. Ein Grund mehr also, sich in der kommenden Off-Season wieder intensiv vorzubereiten, um nächstes Jahr mit neuer Kraft und neuem Willen um den Titel des deutschen Hochschulmeisters zu kämpfen, dann wahrscheinlich in Aachen.

Was sagst du ?

Bammes @ 17.Juli 2012:

Sportlich indeed nicht sehr ermunternd. Aber großartiger Schreibstil! Da geht ja ein Sportjournalistentalent flöten ;)

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Köppi @ 17.Juli 2012:

Hey,

mit trüber Stimmung hattet ihr doch nun wirklich nichts am Hut. So oder so hats riesen Spass gemacht mit euch!

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pr @ Juli 18th, 2012 11:56:

nein :) die trübe Stimmung ist nur aus sportlicher Sicht
das Wochenende war in der Tat großartig, kann ich nur zurück geben

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